Wahlhilfe Teil 2 oder: Wie macht man eigentlich ein Kreuz?

So macht man die Kreuze! Danke, Robert!

Dass uns Politiker doch eher für doof halten, ist ja bekannt. Dass sie aber tatsächlich glauben, der Wähler wüsste noch nicht einmal, wie man ein Kreuz auf einen Wahlzettel malt (und das auch noch fünfmal hintereinander), das war mir bis jetzt neu. Oder ich habs einfach verdrängt.

Aber zum Glück gibt es ja Hilfe. Robert Heinemann, CDU (übrigens nicht verwandt mit Gustav Walter Heinemann (* 23. Juli 1899 in Schwelm; † 7. Juli 1976 in Essen) dritter deutscher Bundespräsident und ein ganz lieber Kerl) macht diesmal fast alles richtig und gibt seine Anleitung gleich mal direkt auf dem Wahlplakat. Allerdings etwas kurz und unvollständig. Aber – und wieder haben wir Glück gehabt – es gibt ja den :redeschwall-Wahlservice, der hier den vollständigen Wahlvorgang des gemeinen Durchnittswählers nachvollzogen hat:

Es ist eigentlich ganz einfach: Am Wahltag (20. Februar 2011) zeitig das Bett verlassen und anziehen – und zwar erst die Hose und dann die Schuhe (wahlweise vor oder nach dem Frühstück) und nach Hause gehen, um die Wahlunterlagen zu suchen. (Wer bereits zuhause aufwacht, kann gleich mit  der Suche beginnen). Auf den Wahlunterlagen das zuständige Wahllokal ausfindig machen (muss da irgendwo stehen, sonst ist es die Zahlungsaufforderung der GEZ). Dann das Wahllokal aufsuchen. Dran denken: Im Februar kann es noch kalt sein, also Mantel anziehen. Man kann zu Fuß kommen. Muss man aber nicht.

Wir gehen nun in das Wahllokal hinein, dabei bitte möglichst neutral gucken. Muss ja nicht jeder wissen, dass wir diesmal die CDU wählen. Nun den rosa Stimmzettel rausfischen (warum der rosa ist, diese Antwort bleibt uns Robert auf seinem Plakat schuldig. Schade!).

So ist's richtig: Der Umschlag gehört in die Wahlurne... und die Hand wahrscheinlich Angela Merkel!

Danach die Wahlkreisliste 1 (CDU) suchen und Platz 1 ausfindig machen. Anmerkung: Wenn man die Liste von unten liest, bitte Finger benutzen und langsam nach oben fahren. (Finger sind die langen Dinger, die an der Hand hängen). Dann neben dem Namen Heinemann in die kleinen Kreise kleine Kreuze malen (wie abgebildet) und zwar so, als ob man diese durchstreichen will. Bitte keinen anderen kleinen Zeichen (Smileys, Buchstaben, Totenköpfe) eintragen, es gelten nur Kreuze. Dazu bitte den kleinen Kugelschreiber benutzen, der an der Wahlkabinenwand hängt. (Bitte nicht abreissen und  mitnehmen, denn sonst kann der nächste Wähler nicht wählen, außerdem sind wir nicht im Büro oder im Hotelbadezimmer (wichtig!!)). Stimmzettel in den dafür vorgesehenen Umschlag stecken – nicht frankieren, auch wenn man eine Marke zur Hand hätte! Wahlkabine verlassen, und zwar so, wie man sie vorfinden wollte (NEIN, keine Bilder aufhängen!!). Achtung, den Umschlag mit dem Stimmzettel nicht liegen lassen, sonst steckt ihn der nächste ein – und der wollte wahrscheinlich ganz was anderes wählen.

Jetzt nähern wir uns der Wahlurne (Kasten mit Schlitz oben!). Umschlag mit Stimmzettel einstecken (in den Schlitz der Wahlurne, nicht in die Gesäßtasche, sonst war alles umsonst). Wir verlassen das Wahllokal und grinsen die Wahlhelfer an. Wir gehen nach Hause und warten auf die ersten Hochrechnungen. Aber nicht lange, denn um 18.05 wissen wir schon, wer gewonnen hat. Wie immer.

Fertig! Wir haben gewählt – und haben wieder 5 Jahre Ruhe. Wahrscheinlich …

Viel Spass bei der Wahl wünscht

Kai-Michael Schmuck

  1. Sorry, nächstes Mal beauftrage ich natürlich Ihre Agentur. Wie konnte mir die nur entgehen? Zumal einen ja die grandiose Optik Ihrer Website geradezu anspringt. Und dann erst: “Sales leads the function.” Ja, darauf hätte ich natürlich kommen müssen. Dann hätte das auch mit dem Wahlsieg geklappt. Aber großes Politiker-Ehrenwort (Sie wissen schon…): Nächstes Mal bekommen Sie garantiert den Auftrag :-) Übrigens schon in 4 Jahren…

    Beste Grüße

    Robert Heinemann

    PS: Weshalb erfährt man eigentlich unter “Über uns” gar nichts über Sie? Oder sind Sie gar nicht “uns”?

      • Kai-Michael Schmuck
      • 16. Mrz. 2011 8:20am

      na, damit habe ich natürlich nicht gerechnet,d as ich darauf von Ihnen, werter Herr Heinemann, einen Kommentar bekomme. In der Tat, hinter diesem Blog steckt zwar auch eine Agentur, aber wenn Sie mehr über den :redeschwall-Autor erfahren wollen, dann klicken Sie doch einfach auf den Button rechts oben »Über den Autor«. Man gelangt dann direkt auf mein LinkedIn-Profil. Im Grunde haben Sie recht, man hätte wahrscheinlich eine Agentur beauftragen sollen, obwohl ich schon der Meinung bin, dass sich Agenturen dann auch sofort den Habitus der Parteien zu eigen machen und den Wähler für etwas…wie sagen wir in Hamburg…bräge halten. Womit Sie so unrecht ja auch nicht haben, wenn man sich das Wahlergebnis ansieht. Aber das nur nebenbei.

      Es grüßt zurück

      Kai-M. Schmuck

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